Salome Kammer singt YOUKALI

BR – Thema Musik Live

Klang braucht Raum

Eine Diskussion über Konzertsäle

….An Konzertsälen scheiden sich derzeit die Geister:  Die einen finden die zahlreichen Neubauprojekte zu teuer, unnötig und nur eine gewisse privilegierte Schicht ansprechend. Andere sehen darin die Einigung einer zerrissenen Welt und ein „zukünftiges Weltkulturerbe“, wie es die Musikjournalistin Christine Lemke-Matwey ausdrückt, die eine Gesprächsrunde mit dem Akustiker Karlheinz Müller, der Komponistin Isabel Mundry und dem Architekten Peter Zumthor führte….

Unterbrochen wird die Diskussion von drei Einlagen, in denen eine herrlich unbefangene und bisweilen sehr witzige Salome Kammer zuerst mit Giacinto Scelsis archaischer Stimmstudie „Canti del Capricorno“ praktisch vorführt, was ein, zuvor von Architekt und Akustiker als „Direktschallraum“ beschriebener Saal, gerade nicht ist. Denn Kammers starke Stimme sorgt selbst in dem akustisch relativ trockenen Versicherungskammer-Foyer für Nachhall, was ein Direktschallraum eben nicht tut. Anschließend singt Kammer von Stephan Heuberger am Klavier begleitet Isabel Mundrys Liedzyklus „Wer?“ , wieder eine Art Beweisführung für Mundrys vorherige Erklärung über „imaginäre Räume“, an die sie beim Komponieren denke. Und schließlich gibt das Duo noch Kurt Weills zugängliches Utopisten-Chanson „Youkali“…

Rita Argauer, Süddeutsche Zeitung, 3./4.12.2016

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