Proserpina – Melodram von J.W. von Goethe mit Musik von Carl Eberwein

Proserpina in München

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Famose Hölle

Goethe war ein weiser Mann. Musikbewanderte aber wissen von den großen Irrtümern des Dichterfürsten… Beethovens „Egmont“- Ouverture nahm er nur kühl in Empfang. Stattdessen förderte er den Komponisten Carl Eberwein, zu dem einem nur das einfällt, was Dirigent Kevin John Edusei in seiner Moderation äußert: „Who the hell is Eberwein?“

Um der Antwort näher zu kommen, bringen die Symphoniker Eberweins Goethe-Monodram „Proserpina“ zur Aufführung. Was zur Hölle ein Monodram ist, wird auch gleich deutlich: ein Melodram mit nur einem solistischen Sprecherpart. Das ist hier das einzig Wahre, denn Salome Kammer füllt Werk und Podium mit einer so phänomenalen Präsenz, dass man niemandem wünschen möchte, sich neben ihr behaupten zu müssen. Alles an ihrem Vortrag ist beredt: Sprache, Mimik, Gestik und ihr raumgreifendes Schauspiel. Famos – und in der Hölle spielt’s obendrein…

Andreas Pernpeintner, Süddeutsche Zeitung, 19.12.2016

 

Proserpina in Bad Füssing

Die Münchner Symphoniker unter Kevin John Edusei und Salome Kammer beim Bad Füssinger Kulturfestival

…Johann Wolfgang von Goethe hatte in dem heute völlig vergessenen Carl Eberwein einen hochgeschätzten Mitarbeiter gewonnen, der ihm nicht nur sein Monodram „Proserpina“ Musik nach seinen genauen Vorstellungen komponierte. Sie untermalt und kommentiert, unterbricht und verstärkt den gesprochenen Klagemonolog der in die Unterwelt entführten Tochter Jupiters. Durch die umwerfende Gestaltungskraft der Stimmkünstlerin Salome Kammer wurde dieser Jammer eines unausweichlichen Frauenschiksals zum Ereignis. Mehr Verlorenheit, Sehnsucht, Verszweiflung und Hass ist mit den Mitteln der Sprechstimme wohl kaum mehr darzustellen…

Christiane Schmid, Passauer Neue Presse, 4.10.2016

 

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