„dedicated to…“ in München

Stimmig

Es ist eine kleine Rache des Komponisten, den Salome Kammer ausdrücklich gebeten hat, keine Elektronik vorzusehen. Also spielt sie im „Schwere Reiter“ erst einmal die elektroakustischen Files von Felix Leuschner am Laptop ab, die ihr als Interpretationshilfe dienen sollen, und kommentiert pantomimisch, bevor sie mit Rudi Spring am Flügel in „Envelopes“ acht bekannte Lügensätze in rein akustische Klänge umsetzt. Man muss die singende Schauspielerin immer auch sehen, wie sie mimik modelliert, Silben kaut und dehnt, Vokale zu Girlanden formt, Konsonanten spukt oder verschluckt, die Stimme mal implodieren, mal explodieren lässt. Mit dem Wort „Stimmakrobatik“ ist, was Salome Kammer mit Mund, Gaumen, Zunge und Kehlkopf zum Besten gibt, kaum zu fassen…

 

Süddeutsche Zeitung 9.10.2020

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